Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kikis Empanadas "Puerto Limón"

In Puerto Limón, an der Karibik-Küste Costa Ricas, ist fast jedem meiner Spezel schon mal etwas geklaut worden. Einheimischen und Touris gleichermaßen.
Tatort war dabei meist der berühmt berüchtigte Bus-Bahnhof, an dem wir auf dem Weg zum Strand immer eine Mittagspause einlegten.
Ganze Backpacks konnten da innerhalb weniger Sekunden einfach spurlos verschwunden sein.
Und glaubt mir, ich stand daneben und merkte nichts.
Manch einer könnte jetzt sagen: Na Kiki, dann bleib doch einfach im Bus, oder?
Hm..das ist wohl was dran.
Aber ich hatte ein ziemlich trifftiges Gegenargument: Empanadas!
Ohja, an diesem Busbahnhof verkaufte nämlich eine gefühlt 90-jährige ihre hausgemachten Empanadas.
Sie wusste auch, dass sie die Beste ist und lies sich auch nicht von quengelnden Touris aus der Ruhe bringen, die dem rauchenden Busfahrer über die Schulter flehende Blicke zuwarfen, doch bitte nicht ohne sie loszufahren.
Tja, ihr Lieben.  Man musste bei der 5 Minuten Pause schon Prioritäten setzen.
Empanadas ODER eine schneller Gang zur Toilette.
Gut, dass ich damals schon meinen Mr. Kanada hatte und so zu beidem kam.
Ohja, so eine Urlaubs-Liebe hat auch eine pragmatische Seite.
Und besonders wenn es um Empanadas geht, werde ich zum eiskalt kalkulierendem Biest.
Hm...und wenn man dann glücklich mit seiner noch heißen, duftenden Teigtasche im Bus saß und die Zähne genüsslich durch den blättrigen Teig brachen, während man aus dem Busfenster schon Meer und Palmen sehen konnte - Ja, dann wusste man, es ist Wochenende!
Dieses Feeling holen wir uns auch regelmäßig in unsere Passauer Wohnung.
Ja, ich habe, gerade jetzt im Herbst, so eine Sehnsucht nach diesem schwerelosem Strand-Leben, dass ich es mir zum Ziel gemacht habe, genau diese Empanadas zu reproduzieren.

 Die Rezeptur stammte, laut der Empanada-Omi, aus Jamaika (Das kann man seinen Stammkunden schon mal verraten, oder). Und ja, auch dort habe ich einige "Beef Patties" gegessen, die die selbe schöne Teigfärbung und das selbe würzige Innenleben aufweisen konnten. Also hab ich mich ein bisschen mit den Jamaikanischen Rezepturen befasst und nach etlichen Versuchen hab ich das original " Puerto Limón Feeling " bei dieser Version hier bekommen.

Karibische Empanadas
Hm...für mich die besten Empanadas ...oder sind es jetzt Beef Patties ?? 
Genauer genommen sind es also eher Jamaikanische Beef Patties...Der Location wegen wurden sie aber als Empanadas über die Theke gereicht.
Empanadas....Patties..Klassischer Fall von: Same, same, but different. Für diese Aussage würde mich wohl jeder Latino mit bösen Blicken strafen, denn jedes Land schwört auf seine eigene Version. Aber wie gesagt: Das Prinzip ist das selbe, beim Teig hat eh jede Hausfrau "ihr" Rezept und die Würze und Menge der Füllung variiert auch nach gusto.
Die Füllung dieser Empanadas bzw. Beef Patties besteht aus Rinderhack, Frühlingszwiebeln, Kürbis und Paprika!
Der Clou ist aber die Jamaikanische Gewürzmischung mit reichlich Knoblauch, Thymian, und Paprika, die jeden Bissen in diese warm-knusprige Empanada zum absoluten Genussmoment macht.
Und da ich glaubte, bei den Empanadas in Puerto Limón auch etwas Kokos und Ingwer herauszuschmecken, wandert auch davon noch etwas hinein!

Weltbeste Empanadas

Den Teig bekommen die Insulaner durch die Zugabe von reichlich Kurkuma so schön gelb.
Daher auch der Name: "Sunshine Patties" !
Also lange Rede kurzer Sinn: Hier mein Rezept für diese karibische Köstlichkeit.

Für den Teig

250 g Mehl
100g Butter im Stück gefroren
75 ml eiskaltes Wasser
1,5 Tl Kurkuma
2 Prisen Salz

Für die Füllung
1 Zwiebel
2-3 Zehen Knoblauch
100g Kürbis, klein gewürfelt
1 Lauchzwiebel in Scheibchen
1 kleine Tomate, in kleinen Würfeln
1/2 rote Paprikaschote, gewürfelt
400g Hack
2 kleine Scheiben (ca. 50 g) Toastbrotkrümel
2 Tl geriebener Ingwer
2 Tl Curry
2 Tl Paprika
2 Tl Thymian
125 ml Brühe
2 kleine getrocknete Chilis
2 El Worcestersauce
2 El Öl
Salz und frischer Pfeffer
1 El Kokosflocken

1 Ei, verquirlt zum Bepinseln

Mehl mit Salz und Kurkuma vermischen. Dann die gefrorene Butter in das Mehl raspeln oder in kleinen Stückchen dazugeben und rasch mit dem Mehl verkneten, bis eine bröselige Mischung entsteht. Das Wasser dazugeben und rasch zu einer dicken Wurst formen, die wir noch einmal für ca 20-30 Minuten in den Kühlschrank geben.
Einstweilen rösten wir Knoblauch, zerstoßene Chilischoten und Zwiebel mit Öl an und geben das Fleisch, Salz, Pfeffer, Ingwer und die Kürbisstückchen dazu. Nach ca 8 Minuten kommen auch die restlichen Gewürze, die Worcestersauce,  Paprika, Tomate und die Frühlingszwiebeln hinzu. Nach ca 5 Minuten kommen  auch die Kokosflocken, Toastbrotkrümel und die Brühe dazu.
Einkochen lassen, bis eine dicke Masse entsteht.
Nun nehmen wir den Teig aus dem Kühlschrank und heizen schon mal den Ofen auf 190 Grad vor.
Danach schneiden wir von der Rolle ca. 8-10 Scheiben ab und rollen aus jeder Teigportion einen Kreis von ca 15 cm Durchmesser. Nun geben wir ca 2 El Füllung in die Mitte jedes Teiges, klappen den Teig zusammen, wie bei einer Calzone und versiegeln die Enden der Empanadas mit der Rückseite einer Gabel. Die fertigen Teigtaschen bepinseln wir mit dem verqirltem Ei und backen sie ca 30 Minuten knusprig braun.

Nach dem Backen lasst ihr eure Empanadas ca. 5 Minuten auskühlen. Aber dann nichts wie ran an die Taschen, denn warm und ofenfrisch sind sie am Besten!


Hmm...So eine ofenfrische Empanada ist einfach wie ein Kurzurlaub in der Karibik!
Und den könnten wir doch ehrlich gesagt, alle gebrauchen, oder ?

Aus dem Teigtaschen-Himmel grüßt euch,
Kiki

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