Samstag, 4. Oktober 2014

Apfel-Charlotte mit gesalzener Butter

Besonders jetzt im Herbst liebe ich ja gedeckte Apfelkuchen!
Aber manchmal habe ich einfach Null Lust, mich mit Mürbteig abzuplagen! 
Teig mischen und jaaa nicht überarbeiten, Kühlzeit einhalten, dünn ausrollen ...aaaaanstrengend!!! 
Und danach siehts wieder aus, wie bei Hempels unterm Sofa! 
Ihr kennt das sicher! 
Für alle, die sichs, wie ich, auch mal gerne einfach machen wollen, kommt hier eine absolut geniale Konstruktion. 
Eine Apfel-Charlotte mit einer knusprigen, karamellisierten Weißbrot-Hülle.
Weißbrot Hülle??? Ich weiß, unter Charlotte stellt man sich ja eher diese von Löffelbiskuits und Mini-Rouladen umzäunten Torten-Kunstwerke vor.
Und ja, auch das ist eine Charlotte, aber eben nur die französische Interpretation des Original-Rezepts. 

Also, wer hatsch´ erfunde? 

Naja, Merry Old England. Die ursprüngliche Charlotte kommt definitiv aus dem Land der "Puddings", und dort wurde einfach eine Kuchenform mit gebuttertem Weißbrot ausgelegt und dann zusammen mit einer schönen Apfelfüllung gebacken. Simpel, schlicht und bodenständig, wie wir es von den Insulanern gewohnt sind.
Namensgebend war dabei übrigens die Frau des englischen Königs George III, Sophie Charlotte von Mecklenburg Strelitz. 
Interesting, nicht war! Also haben wir wohl auch ein bisschen unsere Finger im Spiel! 
Zurück zum Kuchen! 
Die ganze Chose schmeckt nämlich bei weitem nicht so banal, wie sie sich der Beschreibung nach anhört. Das Geheimnis ist nämlich - und hier agieren wir ganz auf einer Linie mit der französischen Küche - Butter, Butter und nochmals Butter. 
Und zwar die gesalzene! Das gibt unser traditionell englischen Apfel-Charlotte etwas Pep, und hebt die Süße der Äpfel und des karamellisierten Toasts noch besser hervor.



Für die Füllung karamellisieren wir einfach unsere Apfelspalten mit Zucker und natürlich reichlich Butter und würzen das Ganze mit Zimt und Muskatnuss.



Für die Hülle brauchen wir jediglich ein paar Scheiben Toastbrot, die wir großzügig buttern, bevor wir mit ihnen die gezuckerte Form auslegen. Im Ofen karamellisiert dann die gebutterte Oberfläche der Weißbrotscheiben und wird wunderbar knusprig.


Ja, so eine Apfel-Charlotte geht schneller, als der Name es befürchten lässt. 

Für eine 18 cm Springform braucht ihr:
1,2 kg säuerliche Äpfel (zB, Boskop oder Renette)
2 El + 50 g Zucker
1 Pck. Bourbon Vanillezucker
1 Tl Zimt
1/4 Tl Muskat
ca. 75 g gesalzene Butter
ca 10 Scheiben Toastbrot/Kastenweißbrot
Puderzucker zur Deko

Den Ofen auf 160 Grad vorheizen.
Die Springform fetten und mit ca 2 El Zucker ausstreuen. Die Äpfel schälen, entkernen, und in dünne Spalten schneiden. 50 g Zucker, 50 g Butter, Vanillezucker, Gewürze und die Äpfelscheiben ca 10 Minuten dünsten.
Die Kruste vom Brot schneiden  Einen Teil Scheiben so zurechtschneiden, dass ihr mit ihnen den Rand der Springform auskleiden könnt. Tüchtig buttern und mit der Butter-Seite nach außen den Rand mit den Scheiben auslegen. Das übrige Brot in Kuchenstück-große Dreiecke schneiden, buttern  und wieder mit der Butterseite nach unten den Boden auslegen. Die Hälfte der Apfelmasse darauf geben und  wieder eine Schicht gebutterte Brotdreiecke dazwischenlegen. Den Rest der Apfelmasse darauf verteilen und wieder mit Toastbrot-Dreiecken abschließen. Diesmal mit der Butterseite nach oben.
Den Kuchen noch mit Zucker bestreuen und dann für ca 40 -45 Minuten in den Ofen (E-Herd:175/Umluft:150) knusprig und goldbraun backen.
Am besten gleicht warm mit reichlich Vanilleeis oder Sahne servieren!
Einfach köstlich und so einfach! Aber aufheben solltet ihr ihn nicht zu lange.
Frisch schmeckt er wirklich am besten!
Aber da der Kuchen ja nicht gerade groß ist, und trotz der Butter auch nicht sehr mächtig, denke ich nicht, dass ihr lange daran essen werden. :-)
Kalorientechnisch jedenfalls sind 2 Stück sowas von drin!

Also sucht euch ein kuscheliges Eck und macht es euch eine Runde mit eurer Apfel-Charlotte gemütlich!

Genießt das lange Wochenende,
Eure Kiki

Kommentare:

  1. Boah, geil. Ich bin ja der totale Fan von einfachm, aber wirkungsvollen Backzeugs!
    Optisch finde ich die Charlotte auch sehr ansprechend!

    Lg
    Viktoria

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    1. Liebe Viktoria, vielen Dank :-) Da kann ich mich nur anschließen! Mürbteig und Konstorten verderben mir, als notorischen Grobmotoriker, den Backspass manchmal echt gründlich. Gut zu wissen, dass es auch mal das gute alte Butterbrot tut! :-)
      Genieß dein Wochenende,
      Vlg Kiki

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  2. Wow, das ist ja interessant mit dem Toastbrot. Der Kuchen sieht superm die Füllung ein Traum=) Ich glaueb ich muss das mir dem Brot mal probieren=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Danke Krisi! Freut mich , wenn dir das Rezept gefällt. Ich wünsche dir gutes Gelingen!

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  3. Das sieht ja toll aus! Die Charlotte werde ich bestimmt auch bald ausprobieren.
    Mürbeteig machen finde ich gar nicht schlimm. Aber ich muss gestehen, ich mache es mir immer recht einfach: Alles mit der Hand verkneten, in die Form bröseln und dann mit den Fingern flach drücken. Wartezeit halte ich nie ein, wenn der Belag fertig ist, rein in den Ofen. Hat bis jetzt immer wunderbar geklappt und geschmeckt!
    Liebe Grüße
    Irene

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    1. :-) Danke liebe Irene! Jep, auch ich gehe lieber mit den Fingern ans Werk...Aber die Wartezeiten halte ich dann doch lieber ein...sonst klebt mir der Teig beim hineindrücken immer so an den Fingern! Anscheinend hab ich einfach zu warme Hände :-)
      Vlg Kiki

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