Sonntag, 28. September 2014

Tortellini-Salat mit Feigen, Prosciutto, Walnüssen und Rotwein-Vinaigrette

Ich habe ein Faible für Tortellini...
Und ich meine jetzt nicht die Edelvariante  mit Steinpilzfüllung, schwarzem Wintertrüffel und frittiertem Salbeiblatt...
Ich meine die ganz simplen, gekauften Käse-Tortellini in der Vakuum-Tüte.
Die in der Kühltheke zwischen Gemüse-Maultaschen und Fertig-Pfannkuchen lungern ...genau diese.
Kein Wunder eigentlich, denn Tortellini heißt übersetzt nichts anderes als "kleine Kuchen".
Und auf Kuchen steh ich ja bekanntermaßen.
Vielleicht spielt aber hierbei auch eine gewisse Portion Nostalgie mit.
Diese Tortellini waren nämlich so ziemlich die erste Sache, die meine Schwester und ich uns als Kinder selbst gekocht haben.
Mit der Zwiebel-Tomatensoße meiner Mamita...
Am besten schmeckten mir dabei immer die kalten Rest-Tortellini, die im Nudel-Sieb zurückblieben. Denn leicht abgekühlt kommt der Geschmack der Füllung einfach viel besser durch.
Findet ihr nicht?

Deshalb gibt es heute die gute alte Käse-Tortellini, wie sie mir am besten schmeckt: Kalt.

Nun ist Nudel-Salat als des Deutschen liebste Grill-Beilage ja eher ein typisches Sommer-Gericht.
Jetzt in der Übergangszeit bietet es sich aber einfach an,  eine leicht herbstliche Variante zuzubereiten, die wunderbar nach Spätsommer in Italien schmeckt!
Den Käsetortellini fügen wir nämlich noch frische Feigen, Prosciutto und geröstete Walnüsse bei....

Wir haben Käse, wir haben Feigen...was braucht man noch ? 
Na klar, den guten Rotwein! Und der kommt nicht nur ins Glas, sondern auch in die Vinaigrette.
Die Idee habe ich von einer meiner Lieblingsbloggerinnen, der lieben Molly Wizenberg, die in ihrem Buch "A homemade life" gefühlte 4 Seiten von diesem Dressing schwärmt.
Und das zurecht! Dieser Hauch von Rotwein verleiht dem Dijon-Balsamico-Dressing einfach etwas Rundes, Edles, und gibt dem ganzen Salat eine bestimmte Finesse.

Herzhaft, salzig, süß: Einfach komplett befriedigend!




Dieser köstliche Salat ist innerhalb von 15 Minuten zubereitet und eignet sich einfach perfekt für ein schnelles Mittagessen für 2 Personen.
Aber auch als Vorspeise für ein festliches Herbst-Dinner könnte ich mir dieses Gericht sehr gut vorstellen.



An Salaten liebe einfach, wie kreativ man verschiedene Texturen und Aromen kombinieren kann, ohne dabei stundenlang in der Küche zu stehen und mit Gar-Punkten zu kämpfen.

Und sogar Mr. Kanada war nach seiner Portion wunschlos glücklich und fragte nur nach etwas Brot, um den Rest des Dressings von seinem Teller zu polieren.
So gefällt mir das...

Für den 2 Personen:

1 Packung Tortellini mit Käse-Füllung
1 Hand Walnüsse
2 Handvoll Rucola
4 frische Feigen
8 Scheiben Prosciutto
Dressing (s.u.)

Die Tortellini nach Packungsanweisung in Salzwasser kochen und gut abtropfen lassen.
Die Walnüsse grob hacken und leicht in der Pfanne anrösten, um ihr Aroma zu verstärken.
Den Rucola waschen und mit Küchenpapier etwas trocknen. Die Feigen waschen und in Scheiben schneiden. Alle Zutaten nun auf einer Platte anrichten und mit dem Dressing (siehe unten) besprenkeln.
Nach Wunsch noch mit etwas frischem Pfeffer bestreuen.

Für das Dressing:
2 El Dijon Senf
1,5 El Rotwein-Essig
1 El Rotwein
4 El Olivenöl
etwas Salz und Pfeffer
1 Prise Zucker

Senf, Rotweinessig und Rotwein mit einer Prise Zucker gut verrühren und unter Rühren mit dem Olivenöl aufgießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken
Weiterrühren, bis eine glatte Masse entsteht

Also Tortellini-Salat habe ich sicher nicht zum letzten mal gemacht.
Vielleicht demnächst doch die Version mit frittierten Salbeiblättern und Wintertrüffeln?
Wer weiß..
Einen wunderschönen Sonntag euch allen,

Eure Kiki

Freitag, 26. September 2014

Espresso-Pflaumenkuchen mit Kokos-Baiser

Nützt ihr die Schlange im Supermarkt auch immer, um euch an der Magazin-Theke schnell eine Zeitschrift zu holen und euch im Schnelldurchlauf den neuesten Gossip reinzuziehen, hämisch die Cellulite-Krater von den Cameron, Paris und Co zu bewundern und dann schnell noch durch die Rezepte Kolumne der einschlägigen Zeitschrift zu blättern?
Also ich mache das immer: Besonders wenn ich Mr Kanada im Schlepptau habe, der mir nebenbei schon mal schön alle Artikel auf das Band legt, und leicht die Augen verdreht, während ich ihn über die neueste Perversion der Miley Cirus oder den neuesten Skandal aus dem Königshaus informiere.
Dann kommt meist: "Kauf sie dir doch einfach, dann kannst du schön alles in Ruhe lesen".
Darauf dann ich: "Ne...dafür geb ICH doch kein Geld aus."
"Ja ne ist klar, Kiki...Aber bevor du mich wieder zwingst ein Rezept innerhalb einer Minute an der Kasse auswendig zu lernen, kaufe ICH sie dir lieber, weißt du ?"
*Räusper* Jep, da hat er Recht! Ich bin echt schlimm manchmal.
Denn wenn ich mir eine Rezepte-Zeitschrift kaufe, dann müssen mindestens 3 gute Rezepte enthalten sein, die ich nicht schon mal irgendwo im Internet gesehen habe.
Und unter uns...die meisten sind einfach aus irgendwelchen Rezepte-Foren entlehnt.
Ansonsten lerne ich nämlich schnell das Rezept auswendig, während Mr. Kanada schon mal schicksalsergeben die Waren auf das Band legt und sage es dann den ganzen Heimweg laut vor mich hin.

Auf solchen Heimwegen grüße ich dann schon mal den Hausmeister mit einem freundlichen:

"Guten Mehl..äh Morgen...Alles in Butter?  "

Auch das folgende Rezept habe ich in einer Zeitschrift entdeckt. Aber dieses Mal war der 3 Rezepte - Fall gegeben und die Zeitschrift wanderte über die Theke.
Ausschlaggebend war mitunter dieses Rezept für Espresso-Pflaumenkuchen mit Kokos-Baiser.
Pflaumen, Espresso und Kokosnuss in einem Kuchen vereint??? 
Spannend, spannend, aber passt das echt zusammen ? 
Das waren jedenfalls so meine ersten Gedanken...
Auf jeden Fall musste das umgehend probiert werden!
Und vom Ergebnis war ich schwer begeistert! 




Meine Pflaumen waren noch nicht richtig reif, darum habe ich eine Hälfte durch Zwetschgen ersetzt.
No problem! Man kann auch gleich alle Pflaumen durch Zwetschgen ersetzen. Das leicht säuerliche der Zwetschge passt nämlich ganz hervorragend zu dem süßen Kokos-Baiser!

Überhaupt hat mich das Aromenspiel in diesem herbstlichen Kuchentraum komplett vom Hocker gehauen.

Der Boden war wunderbar saftig, nicht zu süß und hatte eine leicht herbe Espresso-Note.
Die nötige Süße erhält der Kuchen durch das mit Pflaumenschnaps aromatisierte Kompott sowie die feine Baiserhaube, deren Geschmack  an Kokosmakronen erinnert.

Espresso Pflaumen Kuchen mit Kokos Baiser


Der Teig ist übrigens herrlich unkompliziert! Ein sogenannter All-in-One Teig, bei dem nicht erst ewig Butter und Zucker cremig geschlagen werden muss! Dem Geschmack tuts hier keinen Abbruch!
Ich habe die Menge halbiert und den Kuchen in meiner kleinen 18 cm Springform gebacken! Er wurde etwas hoch und das Teig-Fruchtverhältnis war schätzungsweise 3:1....
Das nächste Mal würde ich also eher die hier beschriebene Blech-Version machen ! Dann ist das Teig-Frucht-Baiser Verhältnis doch etwas ausgeglichener und man bekommt auf jeder Gabel, Espresso-Teig, Fruchtkompott UND Makronen-Haube!


Rezept für eine 24x24cm quadratische Form
adaptiert von Tina Spezial Backen/Herbst 2014

150 g Butter
475g Zucker
1 Pck Vanillezucker
Schale 1/2 Zitrone
3 Eier
125 ml Milch
250 g Mehl
1 Prise Salz
2 El lösliches Espressopulver
1/2 Pck. Backpulver
800g Pflaumen
3 El Zitronensaft
2 Tl Speisestärke
3 El Plaumenschnaps/Likör
3 Eiweiß
90 g Kokosraspeln

Ofen auf 150 Grad vorheizen.
125 g Butter, 200 g Zucker, Vanillezucker, Zitronenabrieb und Eier cremig aufschlagen und die Milch einrühren. Mehl, Salz, Espresso- und Backpulver mischen und portionsweise unter die Eiermischung rühren. Eine quadratische Springform(24 x 24 cm) fetten und den den Teig einfüllen.
Den Boden bei 150 Grad Umluft/175 E-Herd ca 45 Minuten backen und evtl 10 Minuten vor Ende der Backzeit mit Alufolie abdecken.
Pflaumen waschen, entkernen und vierteln. 100 g Zucker in einer hellen Pfanne hellbraun karamellisieren und dann 25 g Butter, Pflaumen und Zitronensaft zufügen. Aufkochen lassen, bis Karamell gelöst ist. Stärke und 2 El Wasser verrühren und in die Pflaumenmasse mischen. Das Ganze 5 Minuten köcheln lassen und dann den Schnaps einrühren.Abkühlen lassen.
Den fertigen Boden bedecken wir nun mit dem Pflaumenkompott.
Die Eiweiße schlagen wir steif und lassen dabei 175 g Zucker einrieseln. Zuletzt die Kokosraspeln unterheben. Die Masse auf den Pflaumen verteilen und den Kuchen noch einmal 15 Minuten backen, bis die Baiserschicht leicht gebräunt.
Den Kuchen vom Rand lösen und abkühlen lassen.

Ein wahrhaft einzigartiger Pflaumenkuchen! Und man hatKaffee und Kuchen gleich in einem!
Herz, was willst du mehr?

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,
Eure Kiki

Mittwoch, 24. September 2014

Ägyptisches Dukkah- Zopfbrot

Also es gibt so Tage, an denen wache ich um 5:30 auf und fühle mich erholter als sonst nach satten 9 Stunden Schlaf.
So fit, dass ich einfach nicht mehr untätig im Bett herumliegen kann.
Mr Kanadas´ morgendliches Schnarchkonzert tut sein übriges...
An solchen Tagen backe ich dann immer Brot. Und wenn mein Holder dann ein paar Stunden später in die Küche taumelt, steht dann bestenfalls schon einer frischer Laib Brot auf dem Tisch.
Oder aber, ich sitze schlecht gelaunt am vom Teigresten verkrusteten Küchentisch und löffle Müsli, während ich hasserfüllt auf den Mülleimer starre, aus dem ein undefinierbarer Teigbrocken hervorlugt.
Aber das ist mit Gott sei Dank heute nicht passiert!
Nein, heute gab es Szenario A. Und Mr Kanada kam sogar schon während des Backvorganges in die Küche, um zu erfahren was da so toll nach Gewürze-Bazar riecht...
Das konnte ich ihm sagen: Dukkah...die fabelhafte afrikanisch-orientalische Gewürzmischung ägyptischen Ursprungs, die seit einiger Zeit die Foodie Szene in Verzückung versetzt.
 Der Name bedeutet „das Zerstossene“, denn genau so wird es hergestellt:
Verschiedene Nüsse und Gewürzsamen werden jeweils einzeln im Mörser gemahlen und dann ohne Zugabe von Fett geröstet. 
Je nach Region bringt dabei jede Familie ihre eigene Variante hervor. Orientalische Familien schwören auf ihr  selbstgemachtes „Haus-Dukkah“, das traditionell sogar zum Frühstück serviert wird. 
Dukkah passt mit seiner typisch nussigen Note hervorragend zu Gemüse, Salat und Käse. Mit etwas Öl zu einer Marinade vermischt, verleiht sie auch Fleisch- und Fischgerichten einen orientalischen Charakter. Mit Joghurt zu einem Dip angerührt schmeckt das Ganze auch fabelhaft zu Brot...

Dann müsste es doch eigentlich auch IM Brot funktionieren, dachte ich mir!

Und das wollte ich heute unbedingt probieren.

Dukkah Plaited Loaf

Ägyptisches Brot mit Dukkah

Schon beim Backen wird eure Küche duften, wie ein orientalischer Bazar!
 Aber wartet nur auf den ersten Bissen. Denn der wird euch total flashen!
Für mich war das ein total neues Brot-Erlebnis!
Das Aromenspiel in diesem Laib ist wirklich dermaßen intensiv und komplex, dass ich dazu wirklich gar nichts anderes mehr brauche.
Am besten schmeckt es mir deshalb frisch aus dem Ofen mit Butter bestrichen. 
Aber auch als Beilage zum Grillen oder bei einem orientalischen Dinner kommt es sicher bestens an.
Ich kann euch nur dazu raten, es selbst auszuprobieren und euch und eure Gäste mit diesem harmlos wirkenden Brot voll aufregender Aromen zu überraschen!

Dukkah bekommt man heute schon fertig gemischt im Gewürzladen, aber ihr könnt die Mischung auch relativ leicht selber herstellen. Also, wenn euer Gewürz-Schrank dementsprechend ausgestattet ist....

Für das Dukkah brauchen wir:

75 g Haselnüsse
50 g Sesamsamen
25 g Koriandersamen
5 g Kreuzkümmelsamen
2 El getrockente Nana-Minze
1/2 Tl Pfeffer
1/2 Tl Salz

Die Nüsse und Samen in der Pfanne rösten und dann zusammen mit den übrigen Zutaten im Mörser oder im Foodprozessor mahlen.

Für das Brot
450 g Weizenmehl Typ 812
1 Pck. Trockenhefe
300 ml warmes Wasser
1 El Zucker
3 Tl Salz
2 El Olivenöl
50 g Dukkah

1 Ei + Sesam für das Finish

Mehl in eine Schüssel sieben und auf der einen Seite das Salz, auf der anderen die Trockenhefe dazugeben. Mit der Hand vermischen und dabei auch das Öl zugeben. Nun 200 ml des Wassers und das Dukkah zugeben und mit dem Knethaken mit dem Mehl verarbeiten. Die restlichen 100 ml dazugeben und weiterkneten, bis kein Mehl mehr am Rand der Schüssel klebt und euer Teig beginnt, einen Ball zu formen. Den Teig mit der Hand weiterkneten (ca 10 Minuten) und dann an einem warmen Ort ca 45 Minuten ruhen lassen. Der Teig sollte sich in der Zeit verdoppeln.
Den aufgegangenen Teig  zurückschlagen, durchkneten und in 6 gleich schwere (nehmt die Waage) Portionen teilen. Jede Teigportion zu einem Strang ausrollen und dann jeweils 3 Stränge zu einem Zopf flechten. Die 2 Zöpfe nebeneinander legen und noch einmal 30 Minuten zugedeckt ruhen lassen. Währenddessen den Ofen auf 250 Grad vorheizen.
(Tipp: Ich stelle dabei eine tiefe Auflaufform auf die unterste Schiene, in die ich dann Wasser gieße wenn, ich das Brot hineingebe. Das erzeugt Wasserdampf und das Brot bekommt eine schönere Kruste)

Nach den 30 Minuten wandert das Brot für ca. 35 -45 Minuten in den Ofen. Dabei die Temperatur nach 10 Minuten auf 220 reduzieren.
Nach Ablauf der Backzeit das Brot mit einem verquirltem Ei bestreichen und mit Sesamkörnern bestreuen und noch einmal für 5-6 Minuten in den Ofen geben.
Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen auf den Boden schön hohl klingt und oben eine schön golden-braune Kruste hat.

Und, riecht eure Küche nicht einfach fabelhaft? Wie ein Kurzurlaub ist das!

Aus den Brotresten haben wir am nächsten Tag einen wunderbaren Brot-Salat mit Tomaten, frischer Minze und Granatapfel-Kernen gezaubert!

Sehr zu empfehlen! 

Kommt gut durch den Rest der Woche,

Eure Kiki


Montag, 22. September 2014

Saftiger Dark Chocolate & Irish Whiskey Gugl

Ich war ja vor ein paar Wochen in Irland unterwegs!
Und, wie befürchtet, war das Wetter wirklich absolut bescheiden! Windig, eiskalt und Regen.
Die meiste Zeit verbrachten wir also zugegebenermaßen Cider-schlürfender Weise in Dublins sagenhaften Pubs...
Jep,  wir sind total versandelt... Und dazu brauche ich nicht einmal das Video zu sehen, auf dem ich, Salt&Vinegar Chips aus meinem Hut essend, durch die Straßen taumelte und "Galway Girl" gröhle.

Da mir schon schwante, dass wir  bei all den Pubs und feinen Restaurants Schwierigkeiten haben würden, Touri-mäßig in die Puschen zu kommen, habe ich in weiser Voraussicht schon von Deutschland aus eine Tour für uns gebucht !
Angesichts des miesen Wetters ärgerten wir uns schon ein bisschen über unsere "voreilige Verpflichtung" . Mir graute dabei besonders vor der 2-stündigen Klippen-Wanderung.
Aber hey, das Glück war mit uns, denn am Morgen der Tour grüßte uns ein strahlend blauer Himmel!
Die Tour führte uns zunächst nach Limerick und dann zu den Cliffs of Moher, Galway und Burren....
Absolut einmalig!




Aber eine ziemlich steife Brise wehte uns da den ganzen Tag um die Ohren!
Deshalb gab es bei der Ankunft erst mal eine schöne Tasse Irish Coffee mit ordentlich Whiskey.

Übrigens: Es lebe der Irische Whiskey!!

Den haben wir lustigerweise der Kirche zu verdanken. Vermutlich haben nämlich irische Mönche das Geheimnis der Destillation von ihren Missionsreisen mitgebracht.
Zum Leidwesen der Iren war es jedoch Schottland, das das erste schriftliche Dokument, in dem von Whiskey die Rede ist, vorweisen kann.
Noch heute streiten sich diese beiden Whisk(e)ynationen darum, in welchem der Länder  das so genannte Lebenswasser seinen Ursprung fand.
Der Irish Whiskey schreibt sich jedenfalls aus Abgrenzungsgründen im Gegensatz zum Schottischem mit "e".
Trotzdem weist er viele Parallelen zum Scotch Whisky aus Schottland auf, was wohl auf die geographische Lage, sowie das Klima zurückzuführen ist.
Aber während die Schotten fast ausschließlich zweifach destillieren, herrscht in Irland die dreifache Destillation vor.
Interessiert euch das? Nein? Ok, wir können auch über Schokolade sprechen.

Wer öfter bei mir vorbeischaut weiß ja, dass ich ein Faible für alkoholisches Naschwerk habe....
Das habe ich wohl meinem lieben Opa zu verdanken, der mir schon im zarten Alter von 6 Jahren heimlich Mon Cherie und Pflaumen in Madeira zugesteckt hat.
Und Verbotenes ist halt einfach immer am besten. Und auch jetzt, da ich meine edlen Tropfen und Konsorten ganz legal erstehen kann, haftet dieser Kombination von edler Schokolade und Hochprozentigem einfach noch dieses Gefühl von Verbotenem, von Dekadenz und Skandal an.

Bei der Heimkehr von Dublin war ich jedenfalls noch voll auf dem Whiskey Trip und mir war sofort klar, was als nächstes auf meiner Back-Liste steht:
Dieser ultimativ saftige Schokoladen Whiskey Gugl!

Wie der Name schon verrät, wirds hier etwas hochprozentig.
Wobei "etwas" wohl die Untertreibung der Woche ist.
Dieser Gugl aber stellt nämlich alle vergleichbaren Versionen in den Schatten.
Ich sage nur: 240 ml....PLUS mehr zum Tränken.
Aber keine Angst, der Kuchen schmeckt nicht NUR nach Whiskey.
Denn die Alk-Aromen werden vereinigt mit reichlich dunkler Schokolade und starkem Espresso.
Wenn ihr mich fragt, die perfekte Kombination!
Ich hätte schon den Kuchenteig mit dem Strohalm aus einem Martini-Glas schlürfen können.

Aber nein, warten lohnt sich hier!
Denn gebacken und nochmals mit Alkohol getränkt entsteht etwas absolut göttliches:




Massig Schokolade und eine Piraten-Portion Whiskey....Diese Mischung macht den Gugl zu dem perfekten Seelentröster und Mitbringsel bei der nächsten Liebeskummer-Emergency Sitzung mit der besten Freundin.

Solltet ihr den Kuchen im Rahmen einer emotional stabilen, normalen Kaffeerunde servieren, dann
warnt eure lieben Gäste aber vor! Nach so zwei Stücken sollte man nämlich vielleicht lieber zu Fuß nach Hause gehen!
Man sagt zwar der Alk bäckt sich raus ...aber hier bin ich mir gar nicht mal so sicher.

Für eine große Gugl Form:
adaptiert nach; Molly Wizenberg: A homemade life

250 g Mehl
400 g Zucker
150 g Schokolade (75%)
2 El Kakaopulver
230 g Butter zimmerwarm
2 El Espressopulver oder 3 EL Instant-Kaffee
240 ml Whiskey+ 3-4 El fürs Tränken
3 große Eier
1 El Vanille-Essenz
1 Tl Natron
1/2 Tl Salz

Ofen auf 160 Grad vorheizen und eine Gugl-Form fetten.
Die Schokolade überm Wasserbad schmelzen und leicht abkühlen lassen. Espresso und Kakaopulver in einen Messbecher geben und bis 240 ml-Marke  mit heißem Wasser auffüllen. Dann den Whiskey und das Salz zugeben und abkühlen lassen.
Die Butter mit dem Zucker ca 5 Minuten cremig schlagen, dann nach und nach die Eier (+1 El des Mehls pro Ei, damit der Teig nicht gerinnt) unterrühren.
Danach die Vanille, das Natron und die geschmolzene Schokolade einrühren. Nun gießen wir ein drittel der Whiskey Mischung in den Teig und schicken 1/3 des Mehls hinterher. Das wiederholen wir, bis der gesamte Whiskey und das Mehl im Teig sind.
Der Teig wird ziemlich flüssig sein. Aber keine Sorge, das geht schon klar.
Nun ab in die gefettete und bemehlte Form und rein in den Ofen.
Der Kuchen brauchte bei mir 1h 10 Minuten.
Macht einfach nach 55 Minuten einmal den Stäbchentest.

Nach Ablauf der Backzeit lasst ihr den Kuchen 15 Minuten auskühlen und stürzt ihn dann aus der Form. Nun tränken wir unsre kleine irische Schoko-Bombe noch mit ca 3-4 El Whiskey.

Et voila!
Einfach der beste Kuchen für die ersten kalten Tage im Herbst, denn der wärmt so richtig schön von innen!

Am besten gönnt ihr euch dazu einen Klecks Sahne oder eine Kugel Vanilleeis.
Oder gar einen Irish Coffee?...Hicks..Dann tanzt die Kaffee-Runde wohl bald auf den Tischen.

Der Kuchen hält sich übrigens ewig. Wir aßen über eine Woche daran und er wurde einfach immer besser.
Wenn ihr also heute backt, dann ist eure Feierabend-Stimmung für eine ganze Woche gerettet.

Damit wünsche ich euch einen guten Start !

Eure Kiki



Samstag, 20. September 2014

Ingwer Birnen Cupcakes mit gesalzenem Rum-Karamell

Meine Schwester und ich waren als Kinder ganz schön crazy Typen!
Wir liefen den ganzen Tag barfuß im Wald herum, klauten Maiskolben vom Feld und grillten sie heimlich über einem selbstgemachten Lagerfeuer in der Kiesgrube. Wir übernachteten auch mal gerne im Freien, wobei wir nicht mal zum Zähneputzen nach Hause kamen, sondern das an der Wasserpumpe am Spielplatz erledigten.
Einmal ertappten wir dabei ein Liebespärchen, das wohl dachte die Spielplatzbank sei Spätabends ein idiotensicheres Versteck.
Tja, da hatten sie nicht mit uns gerechnet. Wir warfen ihnen entnervte Blicke zu...Bei der Abend-Hygiene wurde ich noch nie gerne gestört.

Inspiration für unsere Spielchen und ausschlaggebend für so manche vogelwilde Aktion, waren dabei unsere Märchenfilme. 
Unsere TV Kost bestand nämlich (abgesehen von Aktenzeichen XY und ein Fall für 2 Freitag Abends mit Oma) fast ausschließlich aus tschechischen Märchenverfilmungen.
Wir konnten sie irgendwann alle auswendig.
Dies war auch der Grund für unsere, für unser Alter höchst untypische, leicht antiquierte Sprache.

Ein absoluter all time favorite dabei. Die Hänsel und Gretel Verfilmung mit der Musik aus der gleichnamigen Oper von Engelbert Humperdinck. Neulich hab ich sie aus Zufall bei Youtube entdeckt (Hier entlang). Da musste die Zulassungsarbeit kurz ruhen - Kiki guggt jetzt erst mal Hänsel und Gretel. 
Da Großmutter Griselda, die Hexe,  ein wahrer Bake-o-holic ist, muss Gretel Tag und Nacht in ihrer Backstube schuften, während der arme Hänsel im Käfig mit Kuchen gemäßtet wird.
Schon damals war ich eher fasziniert als verängstig angesichts ihrer Tortenschlachten und der ganzen brodelnden Hexenküche. Da hätte ich gerne Mal Gretel gespielt.
Heute bin ich laut Mr. Kanada wohl eher Großmutter Griselda und er Hänsel und Gretel in einem.
Nun ich fühle mich geehrt, denn ja, sie ist mein großes Idol.
Gut.....Also in der 57. Minute bekommt Griselda dann jedefalls einen halben Orgasmus, als sie in ihrem Hexen-Back-Buch ein Rezept für eine Ingwer-Torte mit Birnen findet.
Wir alle kennen dieses Gefühl wohl (Stichwort: Pinterest-Porno)...

Und da sie mich mit ihrem Elan wieder einmal total inspiriert hat, hab ich mich sofort ans Werk gemacht, es ihr gleich zu tun,
Nur gibt es bei mit die Cupcake-Version des 21. Jahrhunderts. Und ich habe auch noch ein paar andere Schikanen eingebaut...
Sprich:
Ein super-saftiger Ingwer-Birnen-Muffin mit einem leichten Schmand-Sahne Topping,
 von  dem wir eine großzügigen Ladung hausgemachtem, gesalzenen Rum-Karamell herunterrinnen lassen.

Das ist die Photo-Version:
Schön brav und gediegen....


Ginger-Pear-Caramel-Cupcake


 Und das ist die Version mit so viel Frosting und Karamell-Sauce, wie ich WIRKLICH möchte.
Topping eats Muffin....Lieber schnell rein in den Mund!

Ginger-Pear-Cupcake-Salted-Caramel



Hach, die sind aber auch verboten lecker!
Feurig wie Hexe Griselda, sanft und süß wie Gretel und dann dieser samtige, zartschmelzend- buttrige Rum-Salzkaramell...
Wenn, das von der Regenrinne des Knusperhauses tropfen würde, dann säße ich wohl sofort im Hexen-Käfig.
Sie gehen jedenfalls als Griselda Cupcakes in meine Back-Historie ein.
Denn zu denen könnte selbst der pappsatte Hänsel nicht nein sagen......, oder?

Nein, echt nicht!
Und wenn euch jetzt auch schon das Wasser im Mund zusammenläuft, dann komm ich jetzt am besten sofort zur Sache:

Das Karamell könnt ihr schon vorbereiten, damit ihr nicht warten müsst, bis es abkühlt.
Es wird evtl. etwas Karamell überbleiben - Aber das ist sowieso eine super Sache:
Hm....so ein Löffel gesalzenes Rum - Karamell auf Vanilleeis? Jep, das Zeug sollte man sowieso auf Vorrat haben.

Für 16 -18  Cupcakes braucht ihr :

250 g Mehl
2 1/4 Tl Backpulver
170 g Butter, Zimmertemp.
1/2 Tl Salz
1 Birne
3 Eier, Zimmertemp.
280 g Zucker
80 ml Milch
45 g-Sück Ingwer fein gerieben
1 El Vanille-Extrakt

Für das Frosting:
1 Becher Schmand
1 Becher Sahne (oder 2, wenn ihr ordentliche Häubchen auf allen Cupcakes wollt)
2 Päckchen Sahnesteif
2 El Zucker
1 Tl Ingwer-Pulver
etwas Vanillearoma

Für das gesalzene Rum-Karamell

300 g Zucker
80 ml Sahne
1/4 El Zitronensaft
3 El Butter
1,5 El Rum
2  Prisen Salz

Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl, Salz und Backpulver in einer Schüssel mischen. Butter, Vanille, Ingwer und Zucker ca 5 Minuten cremig aufschlagen. Dann nach und nach die Eier für jeweils 30 Sekunden unterrühren (nach jedem Ei ein El Mehlmischung). Dann das Mehl und die Milch abwechselnd in 3 Teilen zu der Buttermischung geben. Zuletzt die Birnenstückchen unterheben.
In die gefettete Muffinform geben und ca 12-15 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen.
Die Muffins abkühlen lassen und dann aus der Form stürzen.

Für das Karamell Zucker mit Zitronensaft und 80 ml kaltem Wasser in einer hellen Pfanne vermischen und auf mittlerer Hitze ca 8 Minuten köcheln lassen, bis die Mischung am Rand schon leicht braun wird. Dabei nie rühren sondern die Pfanne nur etwas hin und her schwenken. Die Hitze reduzieren und warten, bis das Karamell eine schön golden-braune Farbe bekommt.
Dann die Butter einrühren und ca 2 Minuten unter Rühren köcheln lassen.
 Nun Löffel für Löffel die Sahne einrühren und rühren, bis eine glatte Masse entsteht.
Die Pfanne vom Herd nehmen und Rum und Salz einrühren.
Das Karamell nun evtl durch ein Sieb geben und abkühlen lassen.

Für das Frosting einfach Sahne mit Ingwer, Vanille, Sahnesteif und Zucker steif schlagen, den Schmand unterrühren und mit einem Spritzbeutel schöne Hauben auf die Muffins aufspritzen.
Zum Schluss die Cupcakes nach Belieben mit Karamell besprenkeln.

Voilá!

Hmm...ein Biss in diese göttlichen Küchlein lassen mich wirklich alles Böse auf der Welt vergessen.
Zuerst süß, saftig, cremig,  dann auf einmal eine leichte Schärfe von Ingwer und am Ende kommt dann noch  dieses leicht alkoholische und Salzige im Abgang.

Ich flipp aus!

Mr. Kanada zufolge, die besten Cupcakes, die er je gegessen hat! Ich durfte nicht mal welche verschenken!
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende!
Lasst es euch gut gehen!
Eure KIki



Donnerstag, 18. September 2014

Festliche Nuss, Schokoladen, Mohn & Marzipan-Torte

Heute gibts was zu feiern, denn genau heute vor einem Jahr habe ich meinen ersten Post geschrieben.

Ich weiß noch, wie ich ganz nervös zum ersten Mal auf auf den orangen "Veröffentlichen" Button geklickt habe und danach erst mal ein paar Sekunden lang die Augen zugekniffen habe.

Seitdem habe ich 146 Post ins Universum geballert und, während sich meine Leserschaft in den ersten paar Wochen auf meine Familie und ein paar enge Freunde beschränkte, sind seitdem doch einige liebe Follower hinzugekommen.
Und die würde ich heute alle echt gerne persönlich umarmen können!
Oder ihnen ein Stück von dieser Torte abgeben...Aber zu der komme ich gleich...

Wenn ich mir heute die Bilder meiner ersten Einträge ansehe, schlage ich innerlich die Hände über dem Kopf zusammen. Aber gelöscht werde sie nicht, denn nur durch Vergleich erkennt man ja Entwicklung! Aus dem selben Grund kann ich mich auch nicht überwinden, meine alten Kuscheltiere und peinlichen Aqua und Venga Boy CDs aus Kindertagen endgültig wegzuschmeißen.
Aber da ist noch immer viel Raum für Entwicklung!

Ich hoffe auf den Tag, an dem ich nicht 75 Schnappschüsse ein und des selben Gerichtes sichten muss, um festzustellen, dass nicht ein einziges auch nur annähernd an das hinkommt, was man bei Rezeptebuch und Konsorten als veröffentlichungs-würdig erachten würde.
Aber hey, Übung macht den Meister und die fallen halt mal nicht vom Himmel.

Ich bin jedenfalls ziemlich erstaunt über mich selbst, denn sonst fällt es mir immer eher schwer an einer Sache kontinuierlich dranzubleiben.
Die Liste meiner: "Mal angefangen aber dann....." Dinge ist echt endlos.
Was ich nicht schon alles angefangen habe!
Alleine schon an Instrumenten!
Geige, Bratsche, Klavier und Querflöte!!!
 Die Tatsache, dass meine Familie aus professionellen Pianisten (Papili), Flötisten (Mamita) und Violinisten (Schwesterherz) besteht kollidierte dabei fatal sowohl mit meinem jugendlichen Drang nach "anders sein", als auch mit meiner generellen Faulheit, was das Üben betrifft.

Und dann erst die Sprachen: Türkisch (aus Verknalltheitsgründen), Italienisch (siehe Türkisch), Elbisch ( siehe Türkisch...Ich sage nur: Legolas).
Ich erinnere mich dabei schon selbst an den ständig liebeskranken Oberst Böckel aus den Sissi-Verfilmungen, der auf jeder Reise für ein anderes Liebchen den Polyglotten zu mimen versucht.
 Und wäre ich nicht schon vorher des Englischen und Spanischen mächtig gewesen, so hätte ich es sicher aus genau den selben Gründen (dieser argentinische Surfer und "the Endstation" Mr. Kanada) angefangen.
Jep: Schwerer Fall von Böckel-Syndrom!

Zurück zur Abbrecherei:
Da wären nämlich noch all die tollen Diät-Spleens und alternative Ernährungsweisen, von Low Carb, über Ketogen, bis hin zum 4-h-Body.
Mein  kostspieliges Kettlebell-Set (alias Barbie-Gym) steht auch nur noch als Staubfänger in der Ecke, gleich neben meiner Yoga-Matte und den noch original-verpackten Pilates-Bändern.
Tja, mein anfängliches Interesse an Dingen entpuppt sich halt leider oft als Strohfeuer.

Aber langsam lerne ich, glaube ich, dazu.
Oder Besser: Ich habe in den letzten Jahren einfach eine Menge über mich selbst gelernt und fange jetzt nur noch mit Dingen an, die auch wirklich zu mir und meinem Lifestyle passen.
Sprich: Harfe-Spielen, gelegentliches Salsa-Tanzen und wöchentliche Fasten-Tagen....
Und eben auch die Bloggerei.
Vielleicht hat mein Durchhaltevermögen bei den genannten Tätigkeiten ja damit zu tun, dass ich das wirklich nur für mich selbst mache.
Naja, und als Köchin, Bäckerin und Esserin aus Leidenschaft muss ich mich auch nie wirklich dazu aufraffen, neuen Inhalt für den Blog zu generieren.

So..Jetzt hab ich euch mal wieder  total zugetextet.
 Ich leide leider an einer akuten Form von Sprechdurchfall, oder eher Tipp-Durchfall!
  Dabei wollte ich euch doch eigentlich nur für eure Unterstützung, eure lieben Kommentare, ach einfach all die Foodie-Love danken, die mir im Laufe dieses Jahres zuteil wurde.
Ihr seid alle genial und deshalb gibts für  euch heute eine Torte vollgepackt mit all den feinen Dingen, an denen letztendlich auf all meine Diäten und Ernährungs-Spleens gescheitert sind.
Und zwar zurecht!
Ich spreche von Haselnüssen, dunkler Schokolade, Marzipan und Mohn!
Ach ja...und Rum!
Und zwar im Kuchen, auf dem Kuchen,um den Kuchen herum.
Das hört sich zunächst nach ein bisschen viel Misch-Masch an, aber seid unbesorgt!
Die Aromen sind schön ausbalanciert und der Geschmack ist eine absolute Wucht! Der Kuchen ist herrlich nussig und saftig. Der Mohn kommt leicht im Abgang durch und harmoniert ganz herrlich mit der Marzipan-Schicht, die sich da unter einer dicken Lage cremiger dunkler Schokoladen-Glasur versteckt.


Mohn Marzipan Nusstorte mit Schokolade

Haselnuss Kuchen mit Marzipan


Nuss Schokoladen Torte mit Marzipan

Ein absolut festlicher Kuchen! Und ein bisschen Weihnachten steckt da auch schon drin! :-)


Für eine 18 oder 20 cm Springform nehmt ihr:
adaptiert von Peggy Porschen: Boutique Baking

150 g ganze Haselnüsse
75 g dunkle Schokolade
2-3 El Mohnsamen
3 El Rum
3 Eier (Zimmertemperatur), getrennt,
150 g brauner Zucker
20 g Zucker
150 g Butter, zimmertemp.
1 Tl Zimt
50 g Mehl
2/3 Tl Backpulver

2 El Marmelade ( bei mir: Aprikose)
150-200g Marzipan ( eine Packung)
125 g dunkle Schokolade (70% -75%)
25 g warme Butter
1 Tl Sonnenblumenöl


Den Ofen auf 150 Grad vorheizen.
Zunächst rösten wir die Haselnüsse und lassen sie etwas abkühlen, bevor wie sie im Foodprocessor fein mahlen. Sogleich wandern auch gehackte Schokolade, Mehl, Zimt und Backpulver zu den Nüssen und werden gemeinsam im Processor zu einer sandigen Mischung gemahlen.
Nun die Butter und den braunen Zucker ca 5 Minuten cremig schlagen und dann nacheinander die Eiegelb und den Rum (El-weise) hinzufügen und unterrühren. Jetzt wandert auch die Nussmischung zu dem Teig und wird vorsichtig mit der Eiermischung zu einem glatten Teig verarbeitet. Das Eiklar mit den restlichen 20 g Zucker steif schlagen und dann langsam jeweils ein Drittel davon vorsichtig mit einem Metalllöffeln unter den Teig heben. (Oder probiert mal diese Methode)
Nun rein in die gefettete Springform und ab in den Ofen für ca 50 Minuten. Nach 42- 45 Minuten aber schon mal checken! Wenn der Kuchen schön aufgegangen ist und sich von der Form löst, ist er fertig.

Den abgekühlten Kuchen mit der Marmelade bestreichen. Das Marzipan zu einem 20 cm Kreis ausrollen und auf den Kuchen legen. Die Schokolade in kleine Stücke brechen und überm Wasserbad schmelzen. Nun die zuerst die warme Butter unterrühren, bis die Mischung schön glatt ist. Dann das Sonnenblumenöl unterrühren. Etwas abkühlen lassen.
Den Kuchen mit einem Tortenring versehen und die Schokoglasur auf die Marzipanschicht geben.
Bei Zimmertemperatur fest werden lassen.

Und weil heute so ein besonderer Tag ist, hab ich mich nicht lumpen lassen und habe den fertigen Kuchen mit den guten Lindt Pralinen geschmückt, die schon seit längerem im Küchenschrank auf ihren Auftritt gewartet haben.
Dann sieht das Ganze doch gleich richtig festlich aus, oder?

Der Kuchen hält sich übrigens mindestens eine Woche. Also könnt ihr ihn ruhig langsam genießen!
Wenn ihr das hinbekommt....
Ich schneide mir jetzt jedenfalls noch  ein 2. Stück ab - Für den Blog natürlich!

Seid geherzt,
Eure Kiki






Montag, 15. September 2014

Chocolate Vanilla Cheesecake mit Portwein-Zwetschgen

Zwetschgen...bei wem löst ihr unvergleichlicher Geschmack keine nostalgischen Gefühle aus? 
Ich weiß noch genau, wie ich als Kind jeden Sommer zusammen mit meiner Schwester und meiner besten Freundin den Zwetschgenbaum aus deren Garten plünderte und wir uns dann mit einer riesen Schüssel sonnengewärmter Früchte auf das Garagendach verzogen, um dort Brettspiele zu spielen und Zwetschgen zu schlemmen, bis uns der Bauch weh tat. 
Daran muss ich immer denken, wenn ich im Supermarkt die ersten Zwetschgen sehe.
Und an Rasta Alex aus Panama, der die Zwetschge bei seiner ersten Begegnung für kleine Mangos gehalten hat..
Jaja, die Zwetschge ist wohl die deutsche Mango.
Wir alle lieben sie und  sie ist einfach auch weder mit Schwester Pflaume zu vergleichen, noch problemlos zu ersetzen, da das Fruchtfleisch der Zwetschge säuerlicher ist und darüber hinaus einen niedrigeren Wassergehalt aufweist.
Habt ihr schon mal versucht einen Pflaumen-Datschi zu backen? Nope, das ist einfach nicht dasselbe.

Aber die beiden Früchtchen haben auch etliche Gemeinsamkeiten.
Sie lieben zum Beispiel beide mit Alkohol gepaart zu werden! Mit Rotwein ..oder sogar Portwein!
Und da wir die Zwetschge so abgöttisch lieben, muss sie sich nicht entscheiden, sondern bekommt ein Bad in beiden Alkoholika.
Und was stellt man mit so feinen Portwein-Zwetschgen am besten an?
Hm...Oh ja: Wir packen ihn auf einen saftigen Cheesecake!
Ich spezifiziere: Auf einen ultra cremigen, saftigen Chocolate Vanilla Cheesecake
Ohja, denn für die Füllung hauen wir neben den üblichen Verdächtigen auch eine Tafel des richtig guten 75% Zartbitter-Stoffes auf den Kopf!
Und auch sonst holen wir zur Feier des Tages die schweren Kaliber hervor! Schmand und Sahnequark statt der Magervariante!
Immerhin hat das Sommer-Ende ja auch sein Gutes!

Der Cheesecake alleine wäre also schon so ein Gedicht. Aber beladen mit fein gewürzten Portwein-Zwetschgen mausert sich der Kuchenklassiker zu einem wunderbar herbstlichen Kuchentraum.
Von der geschmacklichen Aufwertung, die der Cheesecake durch die beschwipsten Früchtchen erfährt ganz zu schweigen.....
Denn wie ich immer sage: Schokolade und Wein...das muss vereinigt sein!


Plaumen KäsekuchenChocolate Vanilla Cheesecake with Plums

Chocolate Cheesecake with Port Plums

Der Kuchen kommt dabei besonders bei den Herren der Schöpfung an, da weniger süß und dann auch noch mit feiner Rotwein-Note!
Und wir Mädls fackeln bei Cheesecake sowieso nicht lange! :-)


Ihr braucht für eine 26 cm Springform:
(Adaptiert aus Tina Spezial: Backen Herbst 2014) 

125 g Butter
75 g Puderzucker
200 g Mehl
6 Eier
3 El Kakao
Salz
750 g Sahnequark
250 g Schmand
150g Zucker
3 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
1 Päckchen Vanille Soßenpulver
2 -3 El Milch
100 g Schokolade 75 %
500 g Zwetschgen
150 ml Portwein
100 ml Rotwein
1 Päckchen Tortenguss
3 Gewürznelken
1 Zimtstange
3 Sternanis
Etwas Cayennepfeffer (optional)

Butter, Puderzucker, Mehl, Salz, Kakao und das Ei zu einem Teig verkneten und in Folie gewickelt 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Ofen auf 150 Grad vorheizen.
Quark, Schmand, 150 g Zucker und 1 Pck. Vanillezucker verrühren und nacheinander 5 Eier untermischen. Beide Vanillepulver untermixen und die Masse halbieren. Schokolade mit der Milch überm Wasserbad schmelzen und mit einer Hälfte des Teiges, etwas Cayenne und einer Prise Salz zu einer glatten Schoko-Masse verarbeiten.
Teig ausrollen und in eine gefettete 26 cm Springform geben. Nun zuerst die Schokomasse und dann die Vanillemasse in der Form verteilen und glattstreichen. Man kann die beiden Massen auch mithilfe einer Gabel mamorieren.
Bei 150 Grad Umluft oder 175 Grad E-Herd ca. 55 Minuten lang backen. 
Mindestens 3 Stunden auskühlen lassen

Für das Topping die Früchte waschen, entsteinen und vierteln. Wein und Portwein mit 2 Päckchen Vanillezucker  (nach Bedarf auch mehr), Tortenguss und den Gewürzen aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen.
Die Gewürze herausfischen und die Früchte zufügen, nochmal aufkochen lassen und dann auf dem Kuchen verteilen. 
Der Kuchen sollte nun noch ca 1 Stunde lang,  kaltgestellt werden.
Ihr könnt ihn aber auch schon im so 2 Tage im Voraus backen. Meiner Meinung nach wird der nämlich einfach immer besser! Und ich weiß zufällig, dass im letzten Eck meines Kühlschranks, geschickt getarnt hinter einem fetten Blumenkohl-Kopf ( Kühlschrank-Safety-mäßig kommt
das einem Hochspannungszaun gleich: Den fasst Mr. Kanada nämlich bestimmt nicht an), noch ein letztes Stück auf mich wartet!
Und das gönn ich mir jetzt!

There´s no breakfast like cheesecake breakfast

Seid geherzt,
Eure Kiki



Samstag, 13. September 2014

Birnen-Thymian-Parmesan Brot

Ich habe ja eine erklärte Lieblings-Sendung: The Great British Bake Off !
Dabei handelt es sich um die englische Vorlage für " Das Große Backen" , das ihr ja sicher kennt.
 Das weiße Back-Zelt ist meine Kathedrale. Paul Hollywood mein Gott. Und Mary Berry, die 79-jährige Vorzeige-Engländerin??? Sollte sie noch eine Enkelin suchen, würde ich sofort auf der Matte stehen! 
Baking Royalty! 
Ich verneige mich!
Jetzt mal ehrlich:
Für mich gibt es nichts Schöneres an einem Samstag Morgen, als am Bildschirm zu hängen und genussvoll Eclairs zu verdrücken, während ich mit meinen Favoriten mitfiebere und bete, dass ihr Curd nicht gerinnt und mich gehässig freue, wenn die Tarte der perfektionistischen Nervensäge einen "soggy bottom" hat...

Ich habe bis jetzt jede Folge geradezu verschlungen und fieberte schon seit Wochen der 5. Staffel entgegen. Nur lassen sich die Folgen irgendwie alle nicht von Deutschland aus vom BBC streamen...
Gemeinheit!!!! Also ehrlich, Kinder, wir schauen euch schon nichts ab....
Naja, da hilft nur warten, bis irgendeine gute Seele die Videos auf Youtube stellt...

 Und in der Zwischenzeit schaue ich einfach meine alten Staffeln Irish und Australian Bake Off...
(Denn ja, die kann man auch zwei mal anschauen!)
Die Brot-Folge aus der 1. Staffel  des " Great Irish Bake Off"  z.B. hat mich zu dem heutigen Rezept inspiriert.
Die ur-sympathische Maryanne aus Dublin hat darin nämlich mit ihrem Pear and Parmesan Bread die Jury im Sturm erobert. 
Das musste sofort ausprobiert werden. Die Iren haben ja immerhin auch Soda Bread erfunden. Eine ganz feine Sache.
Und ich muss sagen: Das Brot hat mich absolut vom Hocker gehaut!
 Wir haben den ganzen Laib in einem Tag verputzt! Atkins würde sich im Grabe umdrehen!
Diese herrlich leichte Textur, der  herzhafte Parmesan-Geschmack gepaart mit saftigen Birnenstückchen und würzigem Thymian! Ein Gedicht!!
Und diese Kruste.....Ich fange besser erst gar nicht an. Mir etwas mit Käsekruste zu geben, ist eh gemein-gefährlich. Ehe man sichs' versieht, hab ich da nämlich mal eben "schubbdiwubb" die ganze Kruste abgezogen und überlasse den Rest großzügig dem Anbieter. Gott sei dank isst mein laktose-intoleranter Mr Kanada seine Käse-Semmel auch gerne "skalpiert". Wir sind halt einfach füreinander geschaffen. 
Am besten schmeckt das Birnen Parmesan Brot lauwarm, zu einem schönen Salat oder einem Schälchen Suppe . 
Schmeckt nach Spät -Sommer, nach Finca, nach Frankreiiiisch..


Es gehört zu  dieser Art Brot, bei der man nicht lange mit dem Messer rumsäbelt, sonder einfach beherzt große Stücke abreißt. Denn hey, es muss wahrscheinlich sowieso der ganze Laib dran glauben.
Ohja, dieses Brot mehr ist als nur eine Beilage. Nein, für den Genuss dieses aromatisch-duftenden Laibes würde ich fast schon eine Flasche Weißwein aufmachen.



Zutaten für 1 Laib  (20cm Springform)
adaptiert nach Maryanne Dalton

400g Mehl 
115 g Parmesan, frisch gerieben
2 reife Birnen, in Stückchen
1 El Thymian, gehackt
1 Tl brauner Zucker
1 Tl Natron
1/2 Tl Weinstein-Pulver
1 Ei 
2 El Sonnenblumenöl
250-300 ml Buttermilch
2 Tl Salz

Den Ofen auf 200 Grad  vorheizen und Mehl, Natron und Weinstein in eine Schüssel sieben. Zucker, Parmesan und Salz zugeben. Dabei etwas Parmesan für die Kruste aufheben. Nun wandern auch die Birnenstückchen dazu.
Wir mischen 100 ml Buttermilch mit dem Öl und dem Ei und mixen diese Mischung nun mit dem Knethaken in die trockenen Zutaten. Nun langsam mehr Buttermilch zugeben, bis der Teig "zusammen kommt" . 
Dann wars das auch schon. Rein mit dem Teig in die vorbereitete Springform. Wir ritzen mit einem scharfen Messer ein Kreuz auf den Laib und verteilen den restlichen Käse auf dem Brot-Rohling.
Nun aber ab in den Ofen für 40 Minuten. Nach 10 Minuten die Temperatur auf 170-180 Grad runterschalten.
Der Duft, der bald aus dem Ofen strömen wird, ist schon der erste Vorgeschmack auf dieses gold-knusprige Prachtstück.
Schmeckt wie ein Spätsommer-Tag in der Provence! 
Ich finde, allein für dieses Brot hätte Maryanne den Sieg verdient! 
Was ist den eure liebste Back/Koch/Foodie - Sendung? 
Es freut sich auf eure Kommentare,

Eure Kiki 


Donnerstag, 11. September 2014

Herrentorte mit Weincreme

Geht es euch auch manchmal so, dass ihr vor einem wichtigen Event, sei es ein Geburtstag oder eine Dinner-Party, stundenlang im Internet recherchiert, all eure Kochbücher wälzt, euch akribisch genau vorbereitet, nur um dann im letzten Moment alles umzuschmeissen, weil ihr ungefähr einen Tag vor besagtem Event das perfekte Rezept findet oder euch sonst irgendeine zündende Idee kommt, die alles bereits Erprobte und Geplante in den Schatten stellt und auf einmal zu langweilig erscheint ?
Mir gehts ständig so. Ich weiß echt nicht, warum ich überhaupt  noch irgendwas plane....

Erinnert ihr euch an die Whiskey-Schoko-Bombe, die ich eigentlich zum Geburtstag meines Schwiegerdads bauen wollte? Die Gentlemen´s Choice Torte?
Ohne Frage ein absoluter Genuss.
Aber wie so oft im Leben kam es dann doch anders.
Und schuld daran ist dieser fette Marzipan-Barren, der eigentlich als Proviant/Bestechungsmittel für die Strecke München-Toronto gedacht war.
Der Transfer verlief dann aber doch erstaunlich schnell und problemlos und der Barren blieb unangetastet...
Nicht ganz so kurz und problemlos verlief aber der erste Trip in den kanadischen Supermarkt, um die Zutaten für meine ursprünglich geplante Torte einzukaufen...
Von dem Über-Angebot generell und all den spacigen Chips-Sorten im Besonderen abgelenkt, verlor ich bald den Überblick und an der Kasse merkte ich, dass ich nur die Hälfte meiner benötigten Backzutaten, aber dafür 4 verschiedene Sorten Chips und allerhand exotische Joghurts in meinem Wagen hatte.
Umkehren??? Nope, 2 Stunden im Supermarkt sollten erst mal reichen und Mr Kanada war jetzt schon mit den Nerven am Ende...(" Wir sind hier nicht bei Norma! Du kannst hier nicht einfach davonlaufen...hier find ich dich nie wieder. ")
Es gibt ja immer noch den Corner-Shop...

Zuhause angekommen stand ich dann vor meinem ausgepackten Koffer, den Barren Marzipan in der Hand und dann traf es mich wie ein Blitz:
Die Erinnerung an eine der leckersten Torten, die ich in meinem ganzen Leben gegessen habe.
Mit dieser unvergesslichen Rum-Marzipancreme mit leichter Orangennote, großzügig zwischen 7 Schichten buttrig-vanilligen Teiges verstrichen und überzogen mit feinster dunkler Schokolade...
Jeder Bissen ein absoluter Genuss!
Und wie es der Zufall so wollte, hatte ich alle dafür nötigen Zutaten sowieso griffbereit!
Sorry Whiskey-Trüffel-Torte !  I love you and all, aber das Schicksal wollte es anders.
Anstatt des erprobten und zur Perfektion gebrachten Torten-Rezeptes, setze ich mir natürlich last minute in den Kopf, mich doch lieber mal ganz spontan an eine 7-schichtige Torte zu wagen, die ich noch nie zuvor gebacken habe.

Also schmiss ich das Internet an und googelte mich einmal durch sämtliche Rezepte-Foren und entlehnte hier etwas und änderte das etwas und stand am Schluss mit einem zusammengebasteltem Rezept da, dass meiner Meinung nach das Beste von allen beinhalten sollte.

Da ich dieses mehrschichtige Kunstwerk nicht auf dem heimischen BBQ backen konnte, lud ich mich einfach in die High-Tech Küche meines Schwiegeronkels ein.
Als ich nun anfing ihm meinen Plan zu unterbreiten und währenddessen schon mal Pergamentpapier für 7 Teigböden auszuschneiden anfing, ging er schon mal schnurstracks in den Weinkeller und kam mit ein paar schönen Flaschen wieder zurück:
" 7 layers? You got to be crazy. These Germans and their baking....Was machst du dann erst an Weihnachten?  "

Dann fiel der Blick auf die angebrochene Flasche Wein, den Rum und den O-Saft....
"Das muss doch sicher nicht alles in den Kuchen oder?"
Und schon standen die Gläser auf dem Tresen. Das könnte interessant werden.
Und schon stand auch Mr. Kanada auf der Matte....
Der wittert solche Trink-Gelegenheiten auch 1 km gegen den Wind.
Die Back-Aktion wurde dann bald recht feuchtfröhlich.
Sobald ein Boden aus dem Ofen kam, ging es nämlich ans Tränken á la "einer für der Boden und einer für den Bäcker". Bis schließlich alle 7 Böden gebacken waren, leerten wir etliche Gläser und auch der Kuchen bekam um einiges mehr Alkohol ab, als das Rezept es verlangt hätte.

Vom Ergebnis waren wir aber alle dermaßen überzeugt, dass ich euch heute diese in Weinseeligkeit geborene Schnaps-Drossel-Variante präsentieren möchte.

Ich weiß, 7 Schichten getrennt zu backen ist etwas zeitaufwendig. Aber für den Aufwand werdet ihr allemal durch ein unvergessliches Torten-Erlebnis und viele Ohhh´s und Ahhhh`s  entschädigt.
Und wie gesagt, mit netter Gesellschaft und einem guten Glas Wein kann daraus schnell ne Party werden.


Herrentorte mit Weincreme


Für den Boden
250 g Butter
250 g Zucker
9 Eier
1 Prise Salz
250 g Speisestärke
2 Tl Vanilleextrakt

Saft/Rum - Mischung zum Tränken

Ofen auf 210 Grad vorheizen.
Butter mit 100g Zucker, Vanille und Eigelben schaumig schlagen. Eiklar mit dem restlichen Zucker und dem Salz steif schlagen und unter die Schaummasse heben. Stärke über die Mischung sieben und vorsichtig unterheben. Eine Springform mit Backpapier versehen, leicht fetten, ein paar El Teig in die Form geben, verstreichen und ca 5-7 Minuten bei 210 Grad backen.
Der Teig sollte fuer 7-8 Böden reichen.
Jeden Boden ordentlich mit Rum-Saftmischung tränken und gut abkühlen lassen, bevor ihr die Böden mit Creme bestreicht.

Fuer die Creme:
250 ml Weisswein
200 ml Orangensaft
90 ml Weinbrand
200 g Marzipan
1 Päckchen Bourbon Vanillepudding
2 Eigelb
110 g Zucker

1/2 Glas Himbeermarmelade

Glasur:
300g Kuvertüre ( davon 250 im Wasserbad geschmolzen und 50 zu Späne verarbeitet)

Marzipan raspeln.
Saft mit Wein mischen. Puddingpulver mit Eigelben und etwas Saft/Weinmischung glatt rühren. Restliche Flüssigkeit mit Zucker erhitzen und angerührtes Puddingpulver untermischen. Nun sofort Marzipanraspeln und Weinbrand zu der angedickten Mischung geben und unter Rühren alles zu einer Glatten Masse verarbeiten.

Nun gehts ans Schichten. Den untersten Boden auf einen Tortenteller geben und ca 2 große El Creme auf dem Boden verstreichen.
Dieses Spiel wiederholt ihr und schließt den Vorgang mit dem Auflegen des letzten Bodens ab.
Die noch nackte Torte bestreicht ihr nun rundum mit Himbeermarmelade, überzieht sie mit der geschmolzenen Kuvertüre und dekoriert sie mit etwas Schoko-Späne.

Und nun das Wichtigste! Die Torte wird besser, je länger ihr sie durchziehen lasst.
Ich habe die Torte ganze 2 Tage und 2 Nächte lang im Kühlschrank ziehen lassen und auch nach Anschnitt wurde die Rest- Torte noch mal mit jedem Tag leckerer.

Also macht sie im Voraus und gebt ihr die Zeit, ihr werdet es nicht bereuen!
Lasst mich wissen, wie es euch erging falls ihr euch rangetraut habt!

Eure Kiki

Montag, 8. September 2014

Röstkartoffel-Salat mit Bacon, karamellisierten Zwiebeln und Bacon-Vinaigrette

Wir Deutsche sind schon echte Kartoffelsalat-Snobs.
Ich kenne fast keinen, der nicht behauptet, das Geheimrezept für DEN Kartoffelsalat zu haben.
Und das kommt meistens nicht mal von ihnen sondern von der Oma.

Natülich - auch ich bin mit dem Kartoffelsalat meiner Oma aufgewachsen.
Heiße Kartoffeln, grob gerieben, Weißweinessig, ein bisschen Brühe, Zwiebeln, Salz und Pfeffer.
Aus die Maus. Meinem Papili kommt noch heute nichts anderes auf den Teller.
Und ich versteh's auch: Wenn man erst mal so richtig an eine bestimmte Zubereitungsart gewöhnt ist, fällt es richtig schwer, auch mal was anderes ins Repertoire aufzunehmen.
Aber mit den Jahren, schmuggelt man auf der ein oder anderen Grillparty halt dann doch mal ein anderes "entartetes" Modell auf den Teller.
Man probiert, man fragt nach, man macht sich mentale Notizen.
Man versichert der Oma, das ihrer immer noch der Beste ist.
Die Jahre verstreichen...

Und irgendwann, geht man daran seinen ur-eigenen Kartoffelsalat zu kreieren.
Irgendwann bin ich ja auch Oma und will meine eigene Kreation an meine Enkel weitergeben können.
Zum Geburtstag meines Schwieger-Dads, den wir neulich alle gemeinsam in Ontario gefeiert haben, war es dann an der Zeit mein Modell der Welt als "meinen Kartoffelsalat" zu präsentieren.
Denn klar: Die Deutschen sind bekanntlich Kartoffel-Flüsterer und ich wurde fürs Geburtstags-Büffet sofort an die Salat-Front beordert.
Und ich war vorbereitet:
Denn schon lange experimentiere ich an meiner Lieblings-Version des deutschen Klassikers.

Nämlich dieser:

Zubereitet aus noch lauwarmen, Im Ofen knusprig braun gerösteten Baby-Kartoffeln, verfeinert mit einem Dressing aus den knusprig rauchigen Aromen von Speck und vollendet mit einer Ladung karamellisierter roter Zwiebeln und viel frischer Petersilie.
Wärt ihr dafür zu haben?


Kartoffelsalat mit Bacon-Vinaigrette

Meiner Meinung nach der beste Kartoffelsalat der Welt!
Es fällt schon echt schwer die in Olivenöl knusprig gebackenen Kartoffel-Spalten nicht schon so vom Blech zu stibitzen.
Hm...goldig glänzend und leicht besprenkelt mit Salz und Pfeffer....
Aber jetzt schon zu kapitulieren wäre jammerschade, denn unsere Röstkartoffeln erwartet ein heißes Date mit karamellisierten Zwiebeln und geröstetem Bacon.

Und der Oberknüller? Die Vinaigrette: Hier mischen wir nämlich das Bratfett vom Bacon mit
etwas Dijon-Senf, Weißweinessig und reichlich frisch gehackter Petersilie.
Salz, Pfeffer: Fertig
Eigentlich schon eher ein Hauptgericht als eine Beilage.
Also ich wäre nur damit schon überglücklich.
Ein nettes Steak daneben nehme ich trotzdem immer gerne.



Und da stand er nun: Mein Kartoffelsalat. Mein Lieblingskind unter den Beilagen.
Schön platziert auf dem Büffet, neben Rinderbraten, allerlei gegrilltem Gemüse, Yorkshire Puddings und etlichen anderen feinen Salatsorten und ich wartete gespannt auf die ersten Resonanzen:
Und siehe da " The German Stuff" war innerhalb kürzester Zeit ratzeputz aufgegessen und die Rezept-Anfragen kamen, glaube ich, auch nicht nur aus Anstand.
Ja, dieses Kartoffel-Gedicht werde ich ab jetzt offiziell zu "meinem" Kartoffelsalat erklären.

Ich hatte am Tag des Photoshoots leider nur Speckwürfel zur Hand! Nehmt für eure Version aber richtigen Bacon in Scheiben! Dadurch bekommt ihr mehr Fett für euer Dressing und dünne Scheiben werden beim Braten einfach knuspriger!


Hier die Bau-Anleitung für 6 Personen:

1,5 kg Kartoffeln
5 El Olivenöl
1,5 Tl Salz
1 Tl frisch gemahlener Pfeffer
1 große rote Zwiebel
1 El Zucker
ca 8 Streifen Bacon


Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
Die Kartoffeln je nach Größe halbieren oder vierteln und in einer Schüssel mit 3 El Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen. Im Ofen ca 35 Minuten backen, bis sie braun und knusprig sind.
Die Zwiebel mit 2 El Öl anbraten und mit dem El Zucker karamellisieren lassen. Die Bacon-Streifen in der Pfanne knusprig braten, den fertigen Speck auf Küchenpapier legen und das entstandene Fett auffangen und etwas abkühlen lassen.

Für das Dressing:

3 EL Weißweinessig
3 El Bacon-Fett
1 El Olivenöl
1Tl Dijon-Senf
2 Tl Zucker
frischer Pfeffer
Salz
1/2 Bund frische Petersilie

Essig mit Senf und Zucker glatt rühren und unter Rühren die Öle dazugießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gehackte Petersilie unterrühren.
Die Bacon - Streifen nun zerkleinern.
Das Dressing noch lauwarm, mit den Röstkartoffeln, dem Bacon und den karamellisierten Zwiebeln vermengen und sofort servieren.
Hm....für mich einfach der leckerste Kartoffelsalat von allen!

Und ihr, liebe Leser und Mitbürger des Karoffelflüsterer-Landes ? Wie mögt ihr denn euren Kartoffelsalat am allerliebsten?

Ich freue mich auf etwas Potatoe-Talk!

Eure Kiki



Freitag, 5. September 2014

Pfirsich Ingwer Sangría + Liebster Blog-Award

Halt!! Stopp !!Momeeeeent mal!

Was sollen denn all die roten Blätter an den Bäumen?
 Warum musste ich heute mit Stiefeln und Regenjacke zum Supermarkt laufen und warum stehen da bitte schon wieder die Lebkuchen in den Aldi-Regalen?  HAALLLOOO?
Der Sommer kann einfach noch nicht vorbei sein!
Ich war entschieden zu wenig oft im Eiscafe oder am Innstrand. Ich bin entschieden zu wenig braun und habe auch entschieden zu wenige Gläser Sangría getrunken.

Aber an Letzterem kann man Gott sei Dank etwas ändern.
Lasst uns den beginnenden Herbst einfach noch eine Weile ignorieren. Und das geht am Besten mit einem schönen Glas Sangria und ein paar spätsommerlichen Sonnenstrahlen auf der Haut! 

Jawohl, der Spätsommer hat auch sein Gutes, denn jetzt sind auch die Pfirsiche im heimischen Garten reif !
Genau die wandern hier zusammen mit einer dekadenten Ladung hausgemachten Ingwersirups  in diesen spät-sommerlichen Sangria der Extraklasse.

Ich bin ja ein absoluter Fan von Weißwein Sangrias, die einfach ein bisschen frischer, sommerlicher und auch viel leichter zu aromatisieren sind, als die Version mit Rotwein.
Dieses hier ist eines meiner Lieblings-Varianten!
 Erfrischend, fruchtig und mit einer interessanten Schärfe im Abgang!


Pfirsich Sangria mit Ingwer 

Sangria mit Pfirsich und Ingwer

Zusätzlich zu den Pfirsichen, habe ich aus dekorativen Gründen noch ein paar Beeren hinzugefügt.
So ein paar Farbtupfer im Glas müssen einfach drin sein!
Mit der Zubereitung solltet ihr schon am Tag vorher beginnen, da der Ingwersirup ein bisschen ziehen muss und auch die Pfirsiche über Nacht im Alkohol baden dürfen.
Apropo Alkohol: Das hier ist nicht die Spar-Version á la Wein+Limo.
Die Rezeptur orientiert sich am Original-Spanischem Sangria und knall so richtig!
Nach 2 Gläsern liegt man sich da schnell mal in der Armen und hat sich ganz doll lieb!


Für ein groooooße Karaffe / 12 Gläser braucht ihr:

Für den Ingwersirup:

ca. 10-12 cm Stück Ingwer
1 Tasse Wasser
1 Tasse Zucker

Für den Sangría:

1 Flasche Weißwein
6 reife Pfirsiche
1 Hand Beeren ( Erdbeeren oder Himbeeren)
1/2 Tasse Triple Sec ( ca. 120 ml)
1 Tasse Brandy
1 Tasse Ingwer-Sirup (s.o)
Eiswürfel nach Belieben

Den Ingwer grob hacken und mit dem Wasser und Zucker ca 10 Minuten einkochen lassen, bis ihr eine große Tasse Sirup habt. Über Nacht ankühlen lassen und am nächsten Tag durch sein Sieb geben. Die Ingwerstücke dabei schön ausquetschen. Wir wollen ja das volle Aroma.

Die Pfirsiche in Spalten schneiden, mit den Beeren, dem Brandy und dem Triple Sec  in eine große Karaffe geben und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag mit dem Ingwersirup und dem Weißwein aufgießen und mit ein paar Eiswürfeln in der servieren.

Hm... absolut göttlich! Hiervon genehmige ich mir jetzt gleich noch ein Glas, denn heute gibt es etwas zu Feiern.

Und damit komme ich jetzt zum Thema Liebster Blog-Award.






Die wunderliebe Sia von Sia' s Soulfood hat mich nämlich  als "Lieblingsblog" nominiert! Beim Lesen der Nachricht hab ich vor Freude ganz rote Bäckchen bekommen und dann hab ich erst mal einen kleinen Freudentanz hingelegt.
An dem muss ich wohl noch arbeiten. Zeugen zufolge ist das bei mir immer eine Mischung aus Riverdance und Twirking. Wer ,wie ich, einen nicht ganz jugendfreien oder auch einfach nur grotesken Freudentanz-Style hat, dem sei dieses Youtube Video empfohlen...  ( Ob das mein Ernst ist? Und ob!! Ab Minute 8 gehts echt ab!)
Aber nun zurück zum Thema:
Hier kurz ein paar erklärende Worte zum Thema "Liebster-Award".
Das Prinzip ist simpel und genial:
Man nominiert relativ kleine/noch unbekanntere Blogs und empfehlt sie somit seinen Lesern. Zur Teilnahme wird man von einem anderen Blogger nominiert von dem man  11 Fragen gestellt bekommt. Danach nominiert man selbst weitere Blogs und stellt diesen wiederum 11 eigene Fragen. 
Verlinkungen zu allen Blogs inklusive, versteht sich !

Liebe Sia, hier sind die Antworten auf deine 11 Fragen!

1. Seit wann betreibst Du deinen Blog?
     Seit September 2013, also seit ziemlich genau einem Jahr

2. Was ist Dein persönlicher Lieblingspost?
     Puh, das ist als würdest du eine Mama fragen, welches Kind sie am liebsten hat! 
      Kann ich dir nicht beantworten, Liebchen! Sorry..

3. Was war Dein schönstes Blog-Erlebnis bisher?
     Hm, die Nominierung zum Lieblingsblog?
     Und da gabs auch  mal einen hammer-lieben und herzergreifenden Kommentar, der mir echt die Tränen in       die Augen getrieben hat...

4. Was findest Du an Deinem Blog am schönsten?
     *Kinderstimnme on* Die vielen bunten Büüülder...
       Aber jetzt mal im Ernst: Es schmeckt mir doppelt so gut, wenn ich weiß, dass ich das
       jeweilige Rezept  auf meinem Blog verewigen und mit euch teilen kann.
      Genuss-Momente visuell einfangen zu können ist einfach ein wunderbares Gefühl und kann richtig
        süchtig machen.
   
5. Welches ist Dein liebstes Back- oder Kochbuch?
     Silvena Rowe: Granatapfel, Sumach und Zitrusduft

6. Was könntest Du täglich essen?
    Diesen Erdbeer-Rhabarber Crumble. Und Cornbread

7. Wie sieht es bei Dir in der Küche nach dem Kochen aus?
     Beim Kochen gehts ja noch. Da räum ich simultan zum Kochvorgang immer gleich ein bisschen auf.
     Nach dem  Backen aber sieht es immer aus als hätte ein hungriger Waschbär in
     der Küche übernachtet.  Und ihr solltet erst mich sehen.
     Kann mal jemand für mich die Ganz-Körper-Schürze erfinden?

8. Welches ist Dein Lieblingsgericht?
     Hm...hab ich eigentlich nicht. Darum nenne ich jetzt einfach das, was ich am häufigsten esse.
     Lacht jetzt nicht, aber ich steh total auf so richtig schön pampiges Müsli (mit so richtig schön
     vollgesaugten Rosinen).
    Ich lasse das immer über Nacht im Kühlschrank ziehen. Ich liebe auch Porridge mit frischen Früchten !!
    Das kann man so herrlich variieren.
   Ich glaube manchmal, dass ich nur dank der Aussicht auf ein solches Frühstück morgens aus
   dem Bett    komme.
   Zu meinem 30. Geburtstag würde ich übrigens gerne in einer Wanne Bircher Müsli baden.
   (Mr. Kanada... liest du das?)

9. Was ist dein liebstes Dessert?

    Puh...den Crumble hab ich schon erwähnt.
    Dessert-technisch gesehen fahre ich sonst ganz die Horst  Lichter- Linie:
   Also allet mit schön viel Nougat und Eierlikör. 
   
10. Wo findest du deine Inspiration?
       Inspiration gibts auf Reisen, im Supermarkt, in Zeitschriften, Kochbüchern, Blogs etc..
       Und  ich bin ein dazu noch ein absoluter Pinterest-Junkie. God save Pinterest!!!
       Ich pinne alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
       Wenn ich daran zurückdenke, wie ich früher alles kopiert und in Word Docs eingefügt habe und
        dann verreckte mir eines schönen Tages meine externe Festplatte  und mit ihr  meine
       heißgeliebte Rezeptesammlung aus 3 Jahren.
      Again: God save Pinterest. Das kann mir jetzt nicht mehr passieren!
       

11. Was denken Deine Familie und Deine Freunde über Deinen Blog?
       Ach die sind begeistert und unterstützen mich 100%.  Besonders meine Familie und natürlich
       Mr     Kanada, der ja als mein Küchentuch-Reicher, Schokoladen-Hacker, Nuss-Knacker,
       Schüssel-Ausschlecker , Foto-Assistent und Schnibbelboy Nr 1 eigentlich eine Extraerwähnung    verdient.  Ab und zu wird schon mal gemosert, dass man mit mir nicht mehr Essen gehen kann, ohne
     dass ich jedes Gericht analysiere und dann auch noch anfange Bilder von meinem Essen zu schießen :-)
    Und manche denken wohl auch, ich bin generell total unterbeschäftigt, um so viel Zeit in meinen Blog
     zu investieren :-)
   Aber ihr lieben Blogger-Gefährten könnt das wohl alle nachvollziehen.
   Einmal gebloggt-nie mehr gestoppt.

 So, jetzt komme ich zu den Blogs, die ich für den Award nominieren möchte:
*Räusper* Ladies and Gentlemen, The awars goes to:

Conny von Moment in a Jelly Jar
Melanie von Mangoseele
Mia von Kochkarussell
Bettina von Homemade and Baked
Kimi von Bake it
Frau Kulinarikus (sorry, kann deinen Namen nirgends finden) von Kulinarikus
Tina Maria von Sonntags ist Kaffeezeit
Sonja von Amor und Kartoffelsack
Johanna von Mytastylittlebeauties

Und das sind meine Fragen an euch:

1. Seid ihr Spontan-Blogger oder plant ihr eure Einträge schon lange im Voraus?
2. Haben sich eure Essgewohnheiten durch das Bloggen verändert?
3. Wie lange sitzt ihr an so einem Blog - Eintrag?
4. Welche Kamera benützt ihr?
5. Was esst ihr selber eigentlich am Liebsten ?
6. Wenn ihr ein eigenes Kochbuch schreiben würdet, fände ich darin auf jeden Fall....
7.  Welcher Food Trend nervt euch am meisten?
8.  Habt ihr irgendwelche Vorbilder aus der Welt der TV-Köche/Kochbuchautoren/Blogger?
9. Wenn ihr Gäste beeindrucken wollt, kocht ihr immer....
10. Was ist eure nächste Koch/Back-Herausforderung?
11. Gibt es auch etwas, das euch einfach nie so richtig gelingen will ?

Das waren meine Fragen an euch, liebe Blogger!
Ich bedanke mich noch einmal bei Sia ( Big bear-hug an dich) und freue mich schon auf die Antworten
der Nominierten!
So -  ich habe einen noch lauwarmen Käsekuchen auf der Küchen-Insel stehen und  muss mich nun entschuldigen!
Call of Duty an der Blogger-Front. Ihr versteht, was ich meine!

Seid geherzt und bis bald!
Eure Kiki



Mittwoch, 3. September 2014

Kanadischer Sommer + das Beste BBQ Cornbread

Hallo ihr Lieben. Ich melde mich zurück nach 2 traumhaften Wochen in Ontario, die wir im Sommerhaus meiner Schwiegereltern verbrachten.

In diesem hier:
( Ja, sorry - ihr müsst jetzt eine Runde meine Urlaubsbilder anguggen. Danach gibts auch ein ganz besonders feines Rezept, OK? )



Das Häuschen steht mitten im Wald und ist nur ein paar Schritte vom See entfernt.
Bilderbuch-Szenario! Und mit den überall umherspringenden Streifen- und Eichhörnchen, den herumstreifenden Hirschen und Rehen und den fröhlich umhersummenden Kolibris, fühlte ich mich jeden Tag ein bisschen wie in meinem eigenen Disney-Film.



Mit dem Motorboot zum Supermarkt: Jep, ich liebe Kanada!


Und hier erfüllte sich auch endlich mein lang gehegter Traum, mir mein Abendessen einmal selbst zu fangen und dann frisch zuzubereiten. Nie war Fisch besser!
Fischen ist überhaupt mein neuer Lieblingssport und das beste Alibi um mit etlichen Bierchen und deinem Holden im Schlepptau stundenlang mit dem Boot zu verschwinden


Aber so vorbildlich war unsere Ernährung auch nicht jeden Tag.
Denn auch hieran kam ich nicht vorbei:


Was hier aussieht wie der Inhalt der Bio Tonne nach einem Kinder-Geburtstag , ist das kanadische National-Gericht Poutine. Fritten, Bratensauce (Gravy) und leicht säuerlicher Käse (Curd) - und das alles schön mit der Plastikgabel vermischt.
Der erste Bissen kostet Überwindung, doch dann flutschts.  Und wie !!!
Nachdem wir uns ( kater-bedingt ) diesen kalorientechnischen Supergau drei Tage hintereinander zu Mittag reingezogen haben, konnte ich mir nicht mehr in die Augen schauen.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr meint das Fett quillt euch schon zu den Nasen-Poren heraus?
Gut, dass es in der "Cabin" weder Ganzkörper-Spiegel noch Waagen gibt.
Ich als Fastfood-Verweigerin, die sich rühmt noch kein einziges Mal bei Burger King gegessen zu haben.
Der Fritte komplett verfallen...Puh...
Aber hey, es ist und bleibt die beste Hangover-Medizin überhaupt!


Aber Gott sei Dank stand auch reichlich Bewegung auf dem Plan:
Wir hatten traumhaftes Spätsommerwetter und verbrachten jede freie Minute in, am und auf dem See.
Aber trotz gelegentlicher Take-Out Völlereien blieb die Cabin -Kitchen  keineswegs kalt - Oh, nein! Irgendjemand aus dem Canada-Clan war immer am kochen, backen und mixen und wir tafelten dank der allgemeinen Koch-Begeisterung jeden Abend wie die Könige.
Jeder hatte so seine Spezialität und ich habe eifrig über sämtliche Schultern gespitzt und konnte das ein oder andere Familienrezept ergattern.
Ich kanns kaum erwarten während der nächsten Wochen die ein oder andere Kreation aus der Cabin-Kitchen mit euch zu teilen.

Ich hatte von Anfang an Back-Dienst und stand dabei natürlich meist auf der Dessert-Position ...
Aus Ermangelung eines Ofens, freundete ich mich dazu mit diesem kleinen Racker an:


Hierauf wurden nicht nur jeden Abend dicke Steaks gegrillt, sondern auch Crumble und Biskuitböden gebacken, Kaiserschmarrn karamellisiert etc...
Aber auch herzhafte Backwaren gelangen absolut vorzüglich.
Der absolute Renner beim abendlichen Dinner war dabei dieses BBQ Cornbread - gebacken in der gusseisernen Pfanne!




Glaubt mir, dieses Rezept ist einfach nur dankbar:  In Rekordzeit zubereitet, absolut gelingsicher und der Star bei jeder Grill-Party.
Ihr werdet es einmal probieren und dann immer und immer wieder machen.
Außen knusprige Butter-Kruste, innen saftig, leicht süßlich und zugleich scharf durch die Zugabe von frischen Chilischoten.
Der absolute Kracher!
Ich liebe ja Cornbread und mache mir zuhause oft diese Version mit ganzen Maiskörnern.
Dieses leicht abgeänderte Rezept ist etwas vereinfacht und einfach perfekt für den Grill, kann aber auch ganz normal in einer Springform im Ofen zubereitet werden.

Hier das Rezept
Mein Skillet hatte einen Durchmesser von ca 25 cm und ich verwende beim Messen der Zutaten immer aus Faulheits-Gründen meine Baking - Cups. Die Gramm Angaben geb ich euch natürlich trotzdem.

1 1/4  Cups ( ca 160 g) Mehl
1 1/4 Cups (200 g) grobes Maismehl
1.5 Tl Backpulver
0.5 Tl Natron
1,5 Tl Salz
1 Ei
2 El Zucker
1 3/4 Cups (420 ml)  Buttermilch
4 El Butter

Optional:
4 Frühlingszwiebel, gehackt
1 Chilischote, gehackt

Alle trockenen Zutaten vermischen. Ei und Buttermilch vermischen und mit dem Handmixer unter die Mehlmischung geben. Die Butter in der Pfanne/Form erhitzen und die Ränder dabei etwas einfetten. Dann rein mit dem Teig. Bei Bedarf jetzt auch die Frühlingszwiebeln und gehackte Chilischoten auf dem Teig verteilen.
Nun rauf auf den BBQ/in den Herd bei ca 210 Grad 20 - 25 Minuten backen.

Reste halten sich locker 3 Tage und büßen nichts von ihrer Saftigkeit ein.

Ich brauch jetzt erst mal eine Siesta (Jet-Lag, ich hasse dich)

Seid geherzt,
Eure Kiki